Das Leben ist ungerecht...

Das Leben ist ungerecht. Manchmal nur ab und zu und manchmal jeden verdammten Tag. Wenn kurz nach dem Aufstehen die Kaffeedose runterfällt, die Haare nicht liegen oder man mal wieder seinen Schlüssel nicht finden kann, obwohl man ihn doch immer an genau derselben Stelle ablegt wenn man nach Hause kommt. Wenn das bestellte Mittagessen im Italiener nicht schmeckt, man beim Einkaufen wieder mal zehn Minuten anstehen muss oder wenn das Wetter schlecht ist. Wenn es einen Stromausfall gibt, DHL mal wieder ein beschädigtes Päckchen viel zu spät liefert oder einem beim Blick auf den Kontoauszug schlecht wird. Wenn man sich auf seine Lieblingssendung freut und feststellt, dass ein bedeutungsloser Feiertag das Fernsehprogramm verändert hat. Wenn man perfekte Schuhe im Schaufenster entdeckt und es sie nicht in der passenden Größe gibt. Wenn wir auf die Bahn warten müssen, unsere Brille einen Kratzer hat oder es im Sommer selbst ohne Decke immer noch zu heiß ist... Dann ist das Leben ungerecht.

Im Grunde genommen, ist doch einfach alles ungerecht: Wir arbeiten für zu wenig Lohn. Wir wohnen in viel zu teuren Wohnungen. Wir kaufen überteuerte Lebensmittel und müssen uns ständig anpassen. Wir versinken in Bürokratie und müssen uns jeden Tag auf´s Neue mit undankbaren und ungehobelten Menschen abgeben.

Doch wisst ihr, es gibt sicher Menschen die gern eine Kaffeedose umwerfen würden, würden sie eine besitzen und sich den teuren Kaffee leisten könnten. Es gibt Menschen, die sich beim Gedanken an ein Essen beim Italiener die Finger lecken und selbst unsere Reste essen würden, weil sie nicht genügend Geld haben um in ein Restaurant zu gehen. Es wird Menschen geben, die morgens gern den Schlüssel für ihre Wohnung suchen würden, statt frierend auf einer Parkbank wach zu werden. Es gibt Menschen, die sich über Stromausfälle freuen würden, denn das hieße, dass sie Strom hätten. Es wird Menschen geben, die sich freuen würden ein Paket zu bekommen, als Zeichen dafür, dass jemand an sie denkt. Es wird Menschen geben, die sich über jede Art von Schuhen freuen, egal in welcher Größe, Form oder Farbe. Ja, sie würden sich freuen überhaupt Schuhe zu besitzen. Es gibt Menschen, die überhaupt gern Lohn bekommen würden, Lebensmittel einkaufen möchten oder sich gern mit Bürokratie abgeben würden, wenn sie nur Lesen und Schreiben könnten. Es gibt Menschen, die würden sich gern mit undankbaren und ungehobelten Menschen abgeben, denn das würde bedeuten, dass sie nicht einsam wären und ihre Familien nicht verloren hätten.

Aus all diesem ergibt sich am Ende nur eine einzige, alles umfassende und elementare Frage: 

Wann haben wir nur aufgehört dankbar zu sein für das was wir haben? 

 

 

 

17.7.14 14:55

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